| Resultate Gandalf 5: | |||
| Gandalf 5 (56MB hash) gegen ChessTiger 14: |
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| Gandalf 5 (56MB hash) gegen GambitTiger 2: |
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| Gandalf 5 (56MB hash) gegen GambitTiger 2 aggressiv: |
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| Gandalf 5 (56MB hash) gegen Hiarcs 7.32: |
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| Gandalf 5 (56MB hash) gegen Junior 6a: |
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| Gandalf 5 (200MB hash) gegen Junior 7: |
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| Gandalf 5 (200MB hash) gegen Shredder 6 (classic): | 2.5-7.5 |
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| Gandalf 5 (56MB hash) gegen Fritz 6 (Mai 2001): | 4.0-6.0 |
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| Gandalf 5 (200MB hash) gegen Fritz 7a: |
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| Alle Partien |
Nichtsdestotrotz möchte ich an dieser Stelle schildern, was mir bei den Gandalf 5 Partien auffiel:
Im Match gegen ChessTiger 14 nutzte Gandalf in der ersten Partie einen passiven
Aufbau des Tigers in der sizilianischen Verteidigung und spielte ein thematisches
Opfer, das im Sizilianer häufiger zu sehen ist:
r1b1k2r/1pqn1pp1/p2ppb1p/8/3NPPQ1/2NB4/PPP3PP/2KRR3 w kq - 0 14
14.Sxe6!! fxe6 15.e5! Öffnet dem Ld3 den Blick nach g6 15...dxe5 16.Dxe6+
Kd8 17.Lg6 a5 18.Se4 Ta6 19.Sd6 Weiß kann spielen, was und wie er will
19...Txd6 20.Txd6 Le7 21.fxe5! (1-0/43)
In der 2. Partie wurde Gandalf im Endspiel besiegt, in der 3. verzettelte sich
Gandalf mit Weiß in der Sweshnikow-Variante. Tiger konnte zwar nicht rochieren,
doch Gandalfs König kam auch nicht recht zur Ruhe. Ein Verzweiflungsopfer
sorgte für die Vorentscheidung in dieser Partie:
2r1kb2/4np1Q/p2pb1r1/1p1Np3/4P2P/N1PB4/PP4q1/1K1R3R w - - 0 20
20.Sxb5? axb5 Und nu, wo ist der Angriff? (0-1/40)
Eine verheissungsvolle Angriffsposition hatte Tiger in der 4. Partie, es reichte
jedoch lediglich, um den Minusbauern zurück zu gewinnen und einen starken
Freibauern zu bilden. Für diesen musste Gandalf zwar eine Figur geben,
doch das Endspiel Turm plus Springer gegen Turm plus 2 Bauern war für Tiger
nicht zu gewinnen. Aus dem Buch heraus ins Remis, so lässt sich fast die
5. Partie betiteln. Nur wenige Züge nach Buchende war das Material ordentlich
reduziert, dennoch ließ sich Tigers Minimalvorteil in Form des Läuferpaars
nicht umsetzen. Druckvolles und thematisches Spiel sorgte für einen erneuten
Sieg Tigers in der 6. Partie. Schwächen geschaffen und ausgenutzt, so spielte
Tiger in dieser Partie. Ein beachtliches Manöver spielte Tiger in der 7.
Partie, um sich des lästigen Drucks auf e6/f7 zu erwehren:
2rq1rk1/1b2bppp/pp2pn2/4N3/PnBP4/1PN1B2Q/5PPP/R1R3K1 b - - 0 16
16...Se8!? Ein sehr interessantes Manöver wird damit eingeleitet. Der Springer
f6 wird via e8 nach d6 geführt, um den lästigen Läufer c4 zu
beseitigen: 17.Se2 Sd6 18.Sf4 Sxc4 Plan beendet, der Läufer ist beseitigt.
Weiß hat es in der Zwischenzeit nicht geschafft, den Tempovorteil zu nutzen
und muss wenig später mit Turm plus Bauer gegen Läufer plus Springer
spielen. Vergeblich. Wobei Gandalf einen Zug vor Ende der Partie noch durch
Blindheit "glänzt":
8/Q7/p4qnk/P7/8/7P/6P1/7K w - - 0 59
59.Db6? Beschleunigt das Ende, aber Gandalfs Bewertung für diesen Zug war
lediglich -1.68/12. Erst 59...Dxb6 brachte ihn auf die richtige Fährte:
60.axb6 -11.15/16 und 0-1. Diese Scharte konnte Gandalf in der nächsten
Partie ausmerzen. Aus der Eröffnung mit zwei verbundenen Freibauern auf
der a- und b-Linie entlassen, waren Tigers Kräfte schon gut an deren Bekämpfung
gebunden. Die Partie wäre vermutlich Remis ausgegangen, hätte Tiger
nicht übermutig die Stellung geöffnet. Dadurch kamen nur Gandalfs
Figuren ins Spiel. Dabei war es wenig hilfreich, dass Tiger nun auch zwei verbundene
Freibauern bekam. Sie wurden umgehend neutralisiert und irgendwann hatte Gandalf
3 gesunde Mehrbauern, die zum Sieg reichten. Einem verlockenden Angriff konnte
Gandalf in der 9. Partie nicht widerstehen:
r1b1kb1r/2q2ppp/pn1p4/1p1PpPB1/3N4/8/PPP1Q1PP/2KR1B1R w kq - 0 13
13.Dh5?! Etwas überhastet und kostet später einen Bauern. 13...Le7
14.Lxe7 Dxe7 15.Sc6 Ebenso verlockend... 15...Df6 16.g4 h6 17.Dh3 Ld7 18.Lg2
Dg5+ 19.Kb1 h5! Die Endstellung ist übrigens auch sehr nett:
5k2/1N2r3/8/3P4/5R2/4pp2/P4p1P/5K2 b - - 0 58
(0-1/58) Den Schlusspunkt zum Endstand von 7.0-3.0 für den Tiger setzte
dieser in der letzten Partie. Durch einen netten Zentrumsausheber
r3brk1/1p2bpp1/pqnppn1p/8/4PP1B/P1NB1N2/1PP3PP/2KRQ2R w - - 0 15
15.e5!? kam Tiger in Vorteil, der sich wenige Züge später in einem
Mehrbauern niederschlug. Doch es war erneut das bessere Endspiel, was den Sieg
sicherstellte. Tiger konnte mit seinen 3 verbundenen Freibauern am Damenflügel
mehr und vor allem eher Drohungen aufstellen, als Gandalf dies mit seinen 2
verbundenen Freibauern am Königsflügel vermochte. (1-0/56) Das völig
verdiente 7.0-3.0 für den Tiger geht aufgrund des wesentlich ausgewogeneren
und sicheren Spiels absolut in Ordnung.
Gegen Fritz 6 (Mai 2001) gab es eine weitere Matchniederlage mit 4.0-6.0. In
der 1. Partie hatte Fritz die besseren Karten nach diesem Qualitätsopfer
für einen gefährlichen Freibauern:
r3r1k1/5p2/6pp/p1p5/P2P3P/1K3nB1/1P1R1P2/3R4 w - - 0 33
33.dxc5!? Es kam jedoch später dazu, dass Gandalf zwar einen Turm für
den c-Bauern geben musste, doch er konnte auch Freibauern bilden, für einen
davon musste Fritz seinerseits den Läufer geben. Damit blieb schliesslich
Turm+Bauer gegen Turm+Bauer übrig, was beide sofort als Remis erkannten.
Dass auch Fritz 6 mit Plan spielen kann, zeigte er in der 2. Partie:
6k1/1ppqbrpp/1n6/1r3p2/2Np4/P2P2P1/1BQ1PP1P/1RR3K1 b - - 0 22
22...f4! Vor allem droht dieser Zug nicht, auf g3 zu nehmen und Druck auf der
f-Linie zu machen, sondern der Bauer sorgt auf f3 für entscheidende Schwächen
im weißen Lager auf g2 (wenn Weiß nicht schlägt) und der Bauer
d3 wird untergraben. 23.Sxb6 Txb6 24.Dxc7 Dxc7 25.Txc7 Lxa3 26.Tc2 f3! (0-1/46)
Dafür erlag Fritz in der 3. Partie einer verlockenden Einladung:
1kq5/1p5r/p2bbp1P/8/4Pp1R/3B2r1/1PP3P1/1K3Q1R w - - 0 35
35.e5 mit Abzug auf den Turm h7 sieht ja wirklich verlockend aus, zumal dadurch
das Feld h7 für den freien h-Bauern zugänglich gemacht wird. Sicherlich
ist die weiße Stellung schon bedenklich wegen des auf den König zielenden
schwarzen Läuferpaares. Dass aber beide Programme Weiß im Vorteil
sehen und die Stellung dermaßen schnell den Bach runter geht, war vielleicht
nicht ganz klar. 35...Lxe5 (nu schielt er schon nach b2...) 36.Lxh7 Dc7 37.Ld3
Db6 (mit 0.00 gespielt!) 38.Dc1 Da5 (+2.78! -> Schaut nach a2) und (0-1/54).
Die 4. Partie brachte wieder einmal zu Tage, dass nicht nur Eröffnungslernen,
sondern auch Stellungslernen sinnvoll wäre. Beide Programme wiederholten
die 2. Partie, doch ausgerechnet Fritz, der die 2. Partie gewann, wich nun selbst
ab. Dadurch wurden die Damen getauscht, was den schwarzen Druck verminderte,
und Fritz konnte sich an den f5-f4-f3-Vorstoß auch nicht mehr "erinnern".
Er übernahm zwar das Kommando im Endspiel, doch für einen ganzen Punkt
reichte das nicht. Mit reduziertem Material und völlig ruinierter schwarzer
Bauernstellung wurden die Eröffnungsbücher in der 5. Partie verlassen:
2r2r1k/1p3p1p/1p1R1pn1/3B4/8/P3PN1b/1P5P/1K4R1 b - - 0 24
Fritz hat keine große Mühe, das Endspiel mit Turm plus Springer mit
Weiß zu gewinnen. Einen Minoritätsangriff der anderen Art spielte
Gandalf in der 6. Partie:
2rqr3/1p1nbpkp/p1p2np1/3p4/PP1P4/2NQPN1P/5PPB/1RR3K1 w - - 0 18
18.a5?! Planmäßig und thematisch ist natürlich b4-b5, wobei
auch der Partiezug nicht zu verachten ist, denn er schnürt den schwarzen
Damenflügel komplett ein. Es ist allerdings nicht so recht erkennbar, wie
Weiß weiterkommen will oder kann. Gandalf bekam jedoch Hilfe durch Fritz:
4r1k1/rp1nqpbp/p1p2np1/P1Np4/1P1P4/4P2P/2QN1PPB/R1R4K b - - 0 26
26...Sxc5?? Positionelle Bankrotterklärung von Fritz. Kaum ein Mensch würde
so spielen und die b-Linie öffnen. Schwarz ging an der Schwäche b7
zu Grunde. (1-0/58) Die 7. Partie gewann Fritz förmlich wie aus einem Guss.
Gandalf wurde sauber überspielt, im späten Mittelspiel begünstigt
durch das Läuferpaar. Taktisch unterlegen nach einer zweifelhaften Behandlung
des Königsinders mit Weiß war Gandalf in der 8. Partie:
r1bq1rk1/ppp1n1bp/3p4/3Ppnp1/2P1N3/1Q4BP/PP1NBPP1/R3K2R w KQ - 0 16
16.Sxg5? Ein zweifelhafter Tausch des Bauern g5 gegen Bauer d5. 16...Sxd5! 17.Sxh7
Sd4 18.Dd1 Sf4! Den hatte Gandalf wohl unterschätzt oder übersehen.
Denn für 18.Dd1 lag er noch bei -0.04, jetzt für 19.Sxf8 herunter
auf -1.12. Der Sf8 kommt aus seinem Gefängnis nicht mehr heraus, er wird
fallen. Damit gibt Weiß den Läufer e2 und den Springer für den
Turm f8: 19...Sfxe2 20.Sg6 Sxg3 21.fxg3 Dg5. Diesen Vorteil ließ sich
Fritz nicht mehr nehmen. (0-1/39) In der 9. Partie konnte sich Fritz zwar positionelle
Vorteile erspielen, doch mit reduziertem Material war im Endspiel nichts zu
holen. Die Schlappe aus der 8. Partie bügelte Gandalf in der 10. Partie
aus und erreichte ein Remis. Als Fritz diesmal in einer anderen Variante des
klassischen Königsinders den Faden verlor, bekam Gandalf deutlichen Vorteil:
r2qnbk1/pp1b2r1/3p4/1N1Pp1pp/P3Pp1n/1Q3P1P/1PRBBNP1/2R3K1 b - - 0 23
23...Sf6?! Fritz gibt das Feld c7 unnötig ab. c7, d6, f3, g4 und h3 sowie
der schwarze weißfeldrige Läufer sind die entscheidenden Stellungsmerkmale
beim klassischen Königsinder, auf die beide Seiten hochgradig aufpassen
müssen. Dieser Lapsus wurde unverzüglich bestraft: 24.Sc7 g4 25.fxg4
Tc8 26.Se6 Txc2 27.Sxd8 Txd2 Schwarz spielte in der Folge nur mit Turm plus
Springer gegen die Dame, doch er konnte eine uneinnehmbare Festung aufbauen.
(0.5/59) Der Sieg für Fritz geht in Ordnung, er hat summa summarum das
bessere Positionsverständnis gezeigt.
Mit 2.5-7.5 ging Gandalf 5 gegen Fritz 7a unter. Da stellt sich kaum die Frage
nach der Qualität der Partien. Ich werde hier lediglich ein paar Highlights
aufführen:
Die 1. Partie ging ohne spektakuläre Züge zu Gunsten von Fritz aus.
In der 2. Partie wurde es interessant:
r1r3k1/1B2b1p1/1q2p2p/2p2p2/pp1P1P2/Q3P3/PP1B2PP/2R2RK1 w - - 0 23
Gandalf zog 23.Lxb4 cxb4 24.Lxa8 bxa3 25.Txc8+ Kf7 und die Dame erwies sich
den nicht so recht zusammen spielen wollenden weißen Türmen als überlegen.
(0-1/46) Auch in der 3. Partie liess sich Gandalf zu einem materiellen Opfer
hinreissen:
r4rk1/pbqn2pp/3bp3/p4p2/Q1PPn3/3B1N2/1B2NPPP/R4RK1 b - - 0 16
16...Sec5? 17.dxc5 Sxc5 18.Dc2 Lxf3 19.gxf3 Lxh2+ 20.Kg2 Tfd8 21.Tfd1 Und die
Puppe ist einfach weg. Der "Angriff" auf h2 war auf jeden Fall zu
optimistisch, um dafür eine Figur zu opfern. (1-0/40) In der 4. Partie
konnte Gandalf jedoch einen der beiden Siege einfahren:
3r1rk1/pb3ppp/1p6/3nPP2/7q/P2B4/1B2Q1PP/3R1RK1 w - - 0 22
22.f6 gxf6 23.e6 (1-0/65) Die Rache folgte sogleich in der 5. Partie:
2q1r2k/p2nr2p/3p1p1N/2pP4/5PR1/PPQ3R1/8/6K1 w - - 0 40
40.Tg2 Und Schwarz ist in Zugzwang, 1-0. Die 6. Partie wurde eine Wiederholung
der 4. Partie. Fritz wich erst im 34. Zug ab, was aber zu spät war, um
eine Ergebniskorrektur zu erreichen. Mit einer scharfen, taktischen Eröffnung
begann die 7. Partie:
rnb2k1r/ppQ2pbp/5qp1/3p2N1/3P4/2N5/PP2PPPP/R3KB1R b KQ - 0 11
Das ist eine Stellung für Fritz mit Weiß. Gandalf greift in der Folge
auch zu hastig an und geht mit einem Minusbauern und Stellungsnachtei ins Endspiel,
das Fritz souverän gewinnt. (1-0/63) Je ein vorgerückter Freibauer
für Gandalf und Fritz sorgten in der 8. Partie für beiderseitige Chancen,
die Stellung hielt sich aber im Gleichgewicht, remis. Die 9. Partie konnte Fritz
wieder gewinnen. Es gab keine Probleme, die Bauernmehrheit am Damenflügel
im Endspiel mit Dame plus Springer durch zu bringen. (1-0/68) Die kürzeste
aller gespielten Partien wurde die 10. Partie. Zu Gandalfs Verteidigung muss
allerdings gesagt werden, dass ein offensichtliches Loch im Eröffnungsbuch
daran Schuld trägt und ich die Partie vorzeitig abbrach:
2r2k1r/1b4p1/p1q1p1B1/Q7/1pp1nPn1/4B3/PP2N1PP/R4RK1 w - - 0 25
An dieser Stelle begann Gandalf zu rechnen und zog 25.Sd4 mit -2.17 Die Stellung
ist auch ohne Sd4 hinüber: Der Läufer e3 hängt, ebenso ist h2
angegriffen und permanent hängt ein Abzug des Springer e4 mit Mattdrohung
auf g2 in der Luft. Nach 25...Sg3 26.Dxb4+ Kg8 27.Tf3 brach ich die Partie ab.
Fritz zeigte für 27...Txh2 bereits über 4 Meter plus für sich
an und Gandalf lag bei ca. -3.
Ein ähnlich hohes Ergebnis gab es bei Gandalf 5 gegen GambitTiger 2, das
mit 7.0-3.0 für den Tiger endete. Dieser verlor dabei keine einzige Partie.
Die Highlights aus diesem Match:
Die 1. Partie endete unspektakulär remis, ebenso die 2. Partie, in der
anfangs Tiger Vorteile hatte. In der 3. Partie verspekulierte sich Gandalf bzw.
der Tiger zeigte erneut, dass er mit etwas ungleichem Material sehr gut umgehen
kann. Mit Springer plus Läufer gegen Turm plus 2 Bauern konnte er die Partie
gewinnen:
r4rk1/1bq1bppp/2n1pn2/p1p1N3/Pp1P4/1B2PN2/1P1BQPPP/R1R3K1 w - - 0 15
15.Sxf7!? Txf7 16.Lxe6 Und kurz darauf:
6k1/2b3p1/Q7/p2n1q1p/Pp2bP2/4P1P1/1P5P/2R1B1K1 b - f3 0 32
32...h4! Was Gandalf zu 33.Da8+ Kh7 34.Txc7?! Sxc7 veranlasste - der Springer
hätte sonst üble Abzüge gehabt. Damit war der materielle Ausgleich
dahin, und nach 35.Dd8 Dh3 war der Damentausch förmlich erzwungen, was
die schwarze Aufgabe wesentlich erleichterte. (0-1/47)
Die 4. Partie war ein erneuter Anlauf des Tigers gegen den Franzosen aus der
2. Runde. Er kam diesmal ordentlich schlechter dabei weg, konnte sich aber auf
erstaunliche Weise retten. Zunächst der hastige Angriffsversuch:
r1b2rk1/2q2ppp/4p3/p1npP2P/1p3P2/4Q3/PPP1N1P1/2KR1B1R w - - 0 17
17.h6?!, aber nach 17...g6 verpuffte der Angriff. Es ist nicht zu sehen, wie
Weiß aus den Felderschwächen f6 und g7 Profit schlagen könnte.
Stattdessen geriet der Tiger in die Defensive und musste schon alles aufbieten,
um der Niederlage zu entgehen:
4k3/3b2Rp/4p1pr/3pP3/8/1K1B4/2P5/8 w - - 0 43
Tiger findet eine erstaunliche Rettung für Weiß: 43.Kb4! mit der
Idee, über c5 nach d6 zu wandern und gehörig für Unruhe im schwarzen
Lager zu sorgen. (0.5/77) Ein Theorieduell über 26 Züge (!) lieferten
sich die beiden in der 5. Partie. In der entstandenen offenen Stellung liess
sich Gandalf innerhalb der folgenden 10 Züge das Heft komplett aus der
Hand nehmen. Auch ein verzweifeltes Qualitätsopfer brachte keine Rettung:
3r1r1k/1R4bp/p5p1/6Q1/6P1/4NP2/P1P1q3/5R1K w - - 0 35
35.Txg7?! Kxg7 36.De7+ Kg8 37.De6+ Tf7 38.a4 und verpufft. (0-1/78) Ein hart
erkämpftes Remis mit Schwarz schaffte Gandalf in der 6. Partie, in der
7. Partie hatte er es da schon leichter und stand klar besser. Sehenswert indes
die Verteidigungsleistung des Tigers. Eine nachteilige Stellung hatte Gandalf
nach der Eröffnung in der 8. Partie. Nach dem vierten selbstberechneten
Zug war die folgende Stellung auf dem Brett:
6k1/p1pq2pp/rrn1pn2/2R5/2QpP3/5N2/5PPP/2R1B1K1 w - - 0 19
Die schwarze Stellung (Gandalf) krankt am Bauern e6, der Springer c6 ist immer
im Auge zu behalten, denn sonst fällt der Bauer c7 und damit die 7. Reihe.
Die zwei Mehrbauern waren nicht zu halten, nach wenigen Zügen waren der
schwarze d- und e-Bauer vom Brett. Kurz darauf war auch der c-Bauer nicht zu
retten, und es war nicht schwierig für den Tiger, auch noch den schwachen
a-Bauern abzuholen. Damit wurden aus den 2 Mehrbauern 2 Minusbauern, die die
Partie zu Gunsten des Tigers entschieden. Die 9. Partie brachte dem Tiger mit
Sweshnikow zwar eine dynamische Eröffnung für Schwarz, doch in dem
gewählten Abspiel war von Dynamik nicht viel zu sehen. Schwarz konnte aufgrund
der positionellen Schwächen nur Schadensbegrenzung betreiben. Als sich
Gandalf am Damenflügel 2 Freibauern erspielt hatte, sah es wenig rosig
aus für den Tiger:
3k4/6pp/1N2np2/4p3/P1P5/6P1/5P1P/6K1 w - - 0 45
Doch die Bauern sind nicht so einfach voran zu treiben, der schwarze König
steht schon Gewehr bei Fuß und der schwarze Springer kontrolliert mit
c5 auch ein wichtiges Feld. Ein Bauer ging verloren, der andere mehr oder weniger
direkt gegen einen Königsflügelbauern getauscht. Damit konnte Tiger
das Remis retten. Eine gefrässige, dubiose Variante des Grünfeld-Inders
spielte Gandalf in der 10. Partie. Den damit verbundenen Entwicklungsnachteil
konnte der Tiger gut nutzen und erspielte eine Knebelstellung. Und solche Stellungen
spielt der Tiger gut. So auch in diesem Fall. Aus einer guten Position heraus
kommen auch immer wieder taktische Lösungen ins Spiel:
r4r2/pq3pbk/1pN1pnpp/8/2RPPB2/5Q2/5PPP/1R4K1 w - - 0 24
24.Lxh6! Klar, wenn der Läufer nimmt, hängt der Springer f6. Aber
was, wenn der König schlägt? 24...Kxh6 25.Dh3+ Ach so... 25...Sh5
26.g4
Und Weiß gewann im 55. Zug. Das Ergebnis geht damit in Ordnung. Gandalfs
Unvermögen in besseren Stellungen und Tigers Zähigkeit in der Verteidigung
sorgten für diesen Matchausgang.
Ein knappes 4.5-5.5 gab es gegen Hiarcs 7.32, obwohl es anfangs übel aussah.
1.0-4.0 nach 5 Partien ließen zunächst Schlimmes befürchten.
In der ersten Partie war Gandalf bereits nach 5 Zügen aus der Eröffnung.
Aus einer etwas gedrückten Stellung heraus konnte sich Gandalf befreien,
als sich Hiarcs etwas verzettelte und gar einen Bauern verlor. Doch Hiarcs spürte
Endspielressourcen auf und konnte so eben das Remis halten. Ein kleines taktisches
Scharmützel brachte Hiarcs in der 2. Partie einen Mehrbauern bei gesunder
Stellung ein:
r2qk2r/pp1nppbp/2p1b1p1/2PnN3/2BP1B2/2N2Q2/PP3PPP/R4RK1 b kq - 0 12
Gandalf hatte soeben 12.Lf4 gezogen. Nach 12...Sxf4 13.Lxe6 Lxe5!? 14.Lxd7+
Dxd7 15.dxe5 Dd4! waren der schwachen Bauern auf weißer Seite zu viel.
16.Tfe1 Se6 Und nun entschloß sich Gandalf zu 17.b4, um nach 17...Dxb4
18.Tab1 Dxc5 19.Txb7 die schwarze Bauernstellung zu kompromittieren und auf
der 7. Reihe für Unruhe zu sorgen. Daraus wurde jedoch nichts, vor allem,
als Gandalf auch noch Hiarcs' Bauernstellung wiederherstellte:
r5k1/pR3p1p/2p1p1p1/3qP3/4Q3/6P1/P3RPKP/3r4 w - - 0 26
26.Dxd5? Gandalf konnte zwar in der Folge den schwarzen a-Bauern für den
weißen e-Bauern gewinnen und damit sein Heil mit dem freien a-Bauern suchen,
doch Hiarcs schaffte zuerst entscheidende Drohungen am Königsflügel.
(0-1/62) In der 3. Partie regierte eine ganze Weile Gandalf mit Schwarz und
Hiarcs schaute zu. Doch binnen weniger ungenauer Züge wurde die Partie
zu Gunsten von Hiarcs entschieden:
2r3k1/1b2q3/1p4p1/p2p1p1p/P1rN3P/1QP1PPP1/5K2/2RR4 b - - 0 28
28...Kh7?! Wohl schon ungenau, denn nun öffnet sich die b-Linie. Es ist
zwar kein Bauernverlust, aber über die b-Linie kommt Weiß ins Spiel.
29.Dxb6 Txa4 30.Tc2 La8 31.Tb1 Te8?! 32.Te2 Tc8?! 33.Da6 Tac4 34.Tb6 und schon
geht's los. 34...Dg7 35.Se6 Dg8 36.Da7+ Kh6 37.De7! mit sehr unangenehmen Drohungen
37...T4c6 38.Teb2! und bereits 38...Dxe6 39.Dxe6 Txe6 40.Txe6 und (1-0/78).
Dass Gandalf die folgende Stellung mit Weiß noch in den Sand setzt, war
auch nicht unbedingt zu erwarten:
2r1k2B/p1p1pp1p/1n2b1p1/8/2q5/8/P4PPP/R2QR1K1 w - - 0 20
Aber Gandalf kam etliche Züge lang nicht weiter, stattdessen lief der c-Bauer
von Schwarz:
5B2/p2kp2Q/4bp2/2q3pp/5n2/2p2P1P/P2r2P1/4RR1K w - - 0 40
40.g3 mit -1.68 gespielt! 40...Sd5 41.Db1 und bereits -4.16 41...Lxh3 42.Tg1
jetzt -7.88 und Matt im 63. Zug. Schwierige Verteidigungsaufgaben hatte Gandalf
in der 5. Partie mit Schwarz zu bewältigen, und er lief dem Minusbauern
lange hinterher. Die aktiven Figuren sorgten irgendwann für den Rückgewinn
mit Übergang ins Springerendspiel mit je 2 Springern und je 2 Bauern. Das
war wohl kaum zu gewinnen. Ein weit vorgerückter e-Bauer nach e6 und das
Läuferpaar waren Gandalfs Trümpfe in der 6. Partie. Hiarcs verbundene
a- und b-Bauern und Gandalfs Doppelbauern auf der e- und f-Linie sorgten für
Kompensation. Gandalfs zeitweiliger Mehrbauer wurde nur ins Turmendspiel getragen,
und Turmendspiele sind bekanntlich remis...Eingeschnürt wie ein Eilpaket,
so könnte man Gandalfs Stellung in der 7. Partie bezeichnen. Hiarcs Qualitätsgewinn
war auch nur temporär, so daß das Remis fast schon programmierter
Ausgang war. Beiderseitige Fehler in der Lernroutine führten zur dritten
Aljechin-Partie in Runde 8. Nachdem Gandalf bereits in den Partien 2 und 4 damit
verlor, verwundert es doch, dass in der 8. Partie die gleiche Variante noch
einmal aufs Brett kommt. Aber auch Hiarcs' Lernen hakt wohl etwas:
r2qk2r/pp1nppbp/2p1b1p1/2PnN3/2BP1B2/2N2Q2/PP3PPP/R4RK1 b kq - 0 12
Dieser spielte abweichend von der gewonnenen Vorgängerpartie an dieser
Stelle 12...f6, anstatt mit 12...Sxf4 der Gewinnpartie zu folgen. Damit tat
er sich aber keinen Gefallen. Nach der Abwicklung 13.Lxd5 Lxd5 14.Sxc6! bxc6
15.Sxd5 cxd5 16.Dxd5 war die weiße Stellung nicht wieder zu erkennen.
Die schwarze allerdings auch nicht. Weiß hat zwar nur 2 Bauern für
die Figur, aber der schwarze Turm auf h8 und der König sorgen für
genügend Kompensation. Hier war Schwarz bereits erneut an Händen und
Füßen gefesselt:
3r2kr/Q3pq1p/4RbpB/2Pn1p2/3P4/8/PP3PPP/4R1K1 b - - 0 27
Und (1-0/55) Ins Abseits stellte Hiarcs die Dame in der 9. Partie. Damit wurde
der eigene König sträflich alleingelassen, was Gandalf in Ruhe ausnutzen
konnte:
1r3r1k/1bp3p1/p1pp2qp/4pp2/QPP5/P1P3P1/3NPP1P/R4RK1 w - - 0 17
17.Da5?! Zweifelhaft, die Dame hat dort keine Perspektive. Ausser wenn es mit
a3-a4 nebst b4-b5 weitergehen soll. Aber dann erwacht der schwarze Läufer
auf b7. 17...Tbc8 18.c5 d5 19.c4?! Der c-Bauer sollte wohl erst mal stehen bleiben.
19...f4 20.Tac1 fxg3 21.hxg3 d4 22.Kg2 e4 Die schwarze Angriffsmaschinerie läuft
auf Hochtouren. Höchste Zeit für Weiß, an die Verteidigung der
Königsstellung zu denken. Aber: 23.a4?? Damit schloss sich die Dame von
nun an vom Spiel komplett aus, nach a4 hätte sie höchstens selbst
ziehen müssen. So aber machte sie ihren nächsten Zug, der gleichzeitig
auch ihr letzter war, im 46. Zug und opferte sich, um das Matt herauszuzögern.
(0-1/48) Ein elend langes Geschiebe im Spanier gab es in der 10. Partie. Nachdem
Gandalf die Stellung endlich mit leichtem Vorteil geöffnet hatte, spielte
er auch noch ein interessantes Figurenopfer für 3 Bauern:
4r1k1/3b1qbp/3B2p1/1p1Ppp1n/P3P1N1/3pN1PP/5P2/2RQ2K1 w - - 0 55
55.axb5!? fxg4 56.Sxg4 Sf6 57.Dxd3 Sxg4 58.hxg4 Dd6 59.Tc6! Schon irre. Schlägt
Schwarz den Turm mit dem Läufer, hat er einen Turm für 3 Bauern! Er
machte es tatsächlich, doch die offenen Linien und der wackelige weiße
König sicherten Hiarcs das Remis. (0.5/76)
Gegen Junior 6a fing das Match ebenfalls unglücklich für Gandalf
an. 0.5 Punkte aus den ersten 4 Partien waren schon matchentscheidend.
Eine etwas unglückliche Eröffnungsbehandlung seitens Gandalf sorgte
in der 1. Partie für die erste Niederlage:
1nqr2k1/p4ppp/bp2p3/8/Pb1P4/4P1P1/1B1N1PBP/3QR1K1 w - - 0 22
Hier war Gandalf mit Weiß bereits überspielt. 22.Lf1 Sc6 23.Lb5 e5!
Und der Bauer ging kurz darauf spielentscheidend verloren. 24.De2 Lb7 25.Tc1
exd4 Weg ist er. (0-1/60) Nach einem Junior-Sieg sah es in der 2. Partie ganz
und gar nicht aus. Erst, als Gandalf erneut etwas zu offensiv agierte, ergaben
sich Chancen für Junior:
2Q5/p4qpk/1p2p2p/3pB3/1P2nP2/P5P1/4P2P/6K1 b - - 0 42
42...g5? Dadurch eröffnen sich völlig neue Perspektiven auf h8...
Gandalf ist noch ahnungslos. 43.Kg2 Kg6 44.Dh8 Sd2 45.g4 Se4 (0.00) 46.Ld4 gxf4
(-1.15) Erst jetzt geht Gandalf ein Licht auf. Aber es geht noch weiter: 47.h4
Sg3 48.h5+ Sxh5 49.gxh5+ Kxh5 50.Kf3 Df5 51.De5 Kg5 52.b5 Kg6 (-1.96) 53.Dxf5+
Kxf5 (-5.63) Und (1-0/61) Junior schickte sich auch an, die 3. Partie zu gewinnen:
2r2rk1/4q1pp/p1p2n2/3Pp3/8/1RNQ4/P1P3PP/5R1K b - - 0 25
25...Sg4! Weiß wird wohl kaum um den Qualitätsverlust herumkommen.
26.h3 Sf2+ 27.Txf2 Txf2 Doch die schwarzen Damenflügelbauern waren schwach,
der weiße d-Bauer stark. Gandalf schaffte es aber nicht, einen der Bauern
durchzubringen. (0.5/72) Ein interessantes Bauernopfer spielte Junior in der
4. Partie:
rn3rk1/p1p1q1pp/1p1p4/3Ppp1b/2P5/1QR2PPB/PP1NP2P/5RK1 w - f6 0 17
17.c5!? Begründet durch 17...bxc5 18.Db7 und 17...dxc5 18.d6+, wobei mir
in diesem Fall nicht ganz klar ist, wie es nach 18...Df7 19.dxc7 Sa6 weitergehen
soll. Sei es zunächst drum, Gandalf lehnte sowieso ab: 17...Sa6 18.cxd6
cxd6 19.Tfc1 Dadurch hatte Junior die c-Linie. Nett dann auch der Ausheber:
3r1r2/pq5k/npRpB1p1/3P3p/1P2Pp2/P2Q4/4P2P/2R4K w - - 0 33
33.e5! dxe5 34.Lc8! Gewinnt den Springer a6. (1-0/52) Mit einem Schotten schaffte
Gandalf in der 5. Partie die Wende. Junior half zwar mit, aber das gehört
dazu. Gandalf spielte nach der Eröffnungsphase mit Springer plus Läufer
gegen Turm plus 2 Bauern. Junior griff, wie man so schön sagt, ins Klo:
r5k1/p1pp1p1p/b1p3p1/3nr3/2P2P2/1P4P1/P5BP/RN3RK1 b - f3 0 16
16...Th5?! Um auf d5 keinen Bauern zu verlieren, wurde der Turm ins Abseits
gestellt. Aber Junior konnte noch schlimmer: 17.cxd5 Lxf1 18.Kxf1 cxd5 19.h4
c6 20.Sd2 f5?? Damit wird der Turm endgültig zum Zuschauen verurteilt.
Kein Mensch würde diesen Zug auch nur in Erwägung ziehen. An dieser
Stelle hätte man schon 1-0 eintragen können. Weiß spielt mit
Turm, Läufer und Springer gegen Turm. (1-0/85) Einen voreiligen Angriff
am Königsflügel konnte Gandalf in der 6. Partie erfolgreich am Damenflügel
kontern. Der Konter reichte zwar zunächst nur zum materiellen Ausgleich,
doch das Läuferpaar sicherte anhaltenden Vorteil. Und wer hätte gedacht,
dass in dieser Stellung
3r3k/2rNb1pp/p3pp2/5bP1/1pN2P1P/1P6/1PPR4/2KR4 b - - 0 31
31...h6! zu entscheidendem schwarzen Vorteil führte? 32.gxf6 gxf6 Im Gegenzug
für den weißen h-Bauern fiel auch der schwarze b-Bauer. Der freie
schwarze h-Bauer war jedoch spielentscheidend. (0-1/67) Den dritten Sieg in
Folge schaffte Gandalf in der 7. Partie. Eine Musterpartie, äusserst sehenswert,
wie Gandalf den schwarzen, unrochierten König permanent beschäftigte,
überspielte und schliesslich im Endspiel die Ernte einfuhr. Wenn Gandalf
solche Partien zustande bringt, kann das kein schlechtes Programm sein. Dass
Junior mit Weiß in der 8. Partie aus dieser Stellung
5rk1/6pp/p1b1p3/1p6/2p1P1P1/2N2q2/PPBQ4/4B1K1 w - - 0 32
noch mit heiler Haut, geschweige denn gar mit einem ganzen Punkt nach Hause
würde gehen können, das hätte wohl kaum jemand gedacht. Erst,
als die Damen vom Brett waren, kamen gewisse Zweifel auf, ob die verbundenen
Freibauern auf g und h schneller sein würden als der weiße e-Bauer:
8/6pk/2b5/1pB4p/p1p1Pr2/P7/1PB1KN2/8 b - - 0 51
Hier war Gandalfs Bewertung schon von ehemals +2 auf +0.6 gefallen und die weißen
Läufer wurden schnell sehr unangenehm. 10 Züge später war die
Partie entschieden, auch wenn sie erst im 157. Zug (!) endete. Eine unglückliche
Abtauschorgie spielte Gandalf in der 9. Partie direkt nach Buchende:
r1b2rk1/2q1bppp/p2p4/1pn2pP1/3RP3/1BN1B3/PPP1Q2P/2K4R w - - 0 16
16.Sd5 Dd8 17.Sxe7+ Dxe7 18.Ld5 Lb7 19.exf5 Lxd5 20.Txd5 De4! 21.Tdd1 Tfe8 Und
Weiß stand bereits gut unter Druck wegen der unglücklichen Schwerfigurenstellung.
Weiß zappelte noch eine Weile, musste aber den f- und g-Bauern abgeben,
bekam dafür nur den schwarzen d-Bauern. Dadurch konnte Junior nach Damentausch
die Königsflügelbauern laufen lassen. Gandalf vermochte sie nicht
zu stoppen und verlor im 62. Zug. Den Schlusspunkt setzte ein recht blutleeres
Remis. Gandalfs Bewertung war bis auf einen Zug nie schlechter als -0.3 und
nie besser als +0.35. Eine Partie, die keiner besonderen Erwähnung bedarf.
Gegen Junior 7 gab es mit 2.5-7.5 schon eine herbere Abfuhr. Die erste Partie
war ein recht trockenes Remis ohne nennenswerte Vorkommnisse. In der 2. Partie
erspielte sich Gandalf klare Vorteile am Damenflügel, kommt aber nicht
weiter und wird Opfer eines ungehinderten Bauernsturms am Königsflügel.
In der 3. Partie konnte Gandalf mit Schwarz erneut schnell ausgleichen und in
ein Remisendspiel abwickeln. In der 4. Partie lässt sich Gandalf einen
Freibauern auf der d-Linie verpassen, um dafür als Ausgleich die Bauernmehrheit
am Damenflügel zu erhalten. Doch diese ist dank Juniors hervorragend platzierten
Springers ziemlich unbeweglich. Und als Gandalf in dieser Stellung
6k1/1b3p1p/p5p1/1p1P4/2rNP1P1/4K2P/P7/1R6 b - - 0 31
31...Kf8?! und damit eine Einschnürung des Königsflügels durch
32.g5! zuließ, stand Gandalf mit Schwarz schon schlecht. Junior konnte
die nächsten 30 Züge frei schalten und walten, eine originelle Königswanderung
nach g7 war mitentscheidend für dessen Sieg. (1-0/91) In der 5. Partie
schien Gandalfs Lernfunktion gehapert zu haben, es gab die gleiche Eröffnungsvariante
wie in der 2. Partie, die Gandalf verloren hatte. Erneut interessant, dass Junior
selbst abwich. Es sollte sich nachteilig auswirken, Gandalf räumte Juniors
Damenflügel ab und hatte 2 verbundene Freibauern auf der a- und b-Linie.
Gandalf sah sich ob dieser Mehrbauern eine ganze Weile mit über +4 vorne,
und so manch anderes Programm hätte diese Stellung auch sicherlich gewonnen.
Doch Junior fudelte wieder am Königsflügel herum und Gandalf ließ
einen schwarzen Bauern auf g2 so lange als Schutz stehen, bis er ihn nicht mehr
schlagen konnte.
5r2/5r1k/1q6/4Rb2/1P2pPp1/PQ2P2p/5RPP/4B1K1 b - - 0 34
Ungefähr hier beginnt das Trauerspiel: 34...hxg2 35.a4 (+4.28) Td7 36.a5
(+4.16) Dd8 37.Te2 (+4.00) Td1! Es regt sich was...Junior riecht Lunte! 38.b5
(+4.01) g3! Eine nete Vorbereitung 39.hxg3 (+4.73) Lg4 40.Dc2 (+4.97)! Lf3!
41.Txe4 (+4.97) Kg7 42.Te6 (+4.97) Tf6 43.Txf6 (+4.91) Kxf6 44.b6 (+4.60) Dd5!
45.b7 (+4.89) Dh5! 46.Dc3+ (+4.09) Kf7 47.Txg2 (+3.28) Dh3! 48.Dc7+ Und nur
noch 0.00! Gandalf verlor in der Folge sogar noch, aber vermutlich aufgrund
der fortgeschrittenen Bedenkzeit. Eine absolut sehenswerte Partie! (0-1/145)
Eine wilde Eröffnung im Sizilianer gab es in der 6. Partie:
r2qkb1r/1b1n1pp1/p3p3/6n1/1p1N1N2/4Bp1B/PPP5/2KRQ2R w kq - 0 18
Wer erwartet hier einen unentschiedenen Ausgang? Zumal nach 18.Sfxe6? Aber es
ist eher Weiß, der nachher das Remis forcieren musste wegen des gefährlichen
f-Bauern. (0.5/40) In der 7. Partie wickelte Junior in ein verlorenes Leichtfigurenendspiel
ab:
3r4/1b6/p2Pk1pp/P7/2NR2P1/5p2/5P1K/8 w - - 0 39
39.d7? Um nach dem folgenden Abtausch den Bauern g6 zu gewinnen, also den d-Bauern
gegen den g-Bauern zu tauschen 39...Txd7 40.Txd7 Kxd7 41.Se5+ Kd6 42.Sxg6 Kc5
aber ehe am Königsflügel ein weißer Freibauer gebildet werden
konnte, entschied der a-Bauer die Partie zu Gunsten von Gandalf. (0-1/53) Dass
Junior 7 mit dem Material nur so um sich wirft, war in der 8. Partie zu sehen:
1rb2k2/p4p2/3r3p/b1pp3N/5P2/1PPB4/P5PP/2R2RK1 b - - 0 23
23...c4!? 24.bxc4 dxc4 25.Lxc4 Tb2! 26.Tb1 Tdd2 27.Txb2 Txb2 Der c-Bauer wird
fallen, dann blieb nur noch ein Mehrbauer für Gandalf übrig. Und das
in einer Stellung, in der sich der schwarze Turm bereits auf der 2. Reihe befindet
und das Läuferpaar mächtig Druck machen kann. Weiß hat trotz
Mehrbauer eine schwierig zu verteidigende Stellung. Gandalf verlor sie auch,
und binnen 3 Zügen (44-46) fiel die Bewertung von -0.08 über -0.99
und -1.52 auf -2.51. Merkwürdig. (0-1/58)
In der 9. Partie zeigte Junior seine Angreiferqualitäten mit (schematischem)
Plan:
r3r1k1/pp1q1pp1/2pn1b1p/3p4/3P1P2/P1NBP3/1PQ2P1P/R5RK w - - 0 18
18.Tg2! Kf8 19.Tag1 g6? Bietet ein unnötiges Angriffsziel auf g6, und dort
krachte es auch wenige Züge später. 20.b4 Tec8 21.Sa4 Ke8 22.Lxg6!?
Junior brannte ein wahres Feuerwerk ab, wieder einmal absolut Klasse. Ebenso
"Klasse", dass sich Gandalf zeitweise erneut mit fast +4 im Vorteil
sah und verlor... (1-0/75) Die 10. und damit letzte Partie dieses ungleichen
Matches brachte ein weiteres Mal einen äusserst sehenswerten Gewinn für
Junior. Das taktische Gemetzel begann recht früh:
r1bqrbk1/5p2/p1n2npp/1pp5/4P3/1N3N1P/PP1B1PP1/RB1QR1K1 w - - 0 18
Bei dem folgenden Zug musste Gandalf mit der schwarzen Antwort und den damit
verbundenen Verwicklungen rechnen: 18.Dc1 Nimmt dem Springer auf b3 das letzte
Rückzugsfeld 18...c4 Also muss es nun eine taktische Lösung geben
19.e5 Lb7! Eiskalt gespielt. Welcher Mensch würde diesen Zug nicht nur
in Erwägung ziehen, sondern in einer Turnierpartie auch ausspielen?! 20.Lxh6
Sxe5 21.Sxe5 Dd5 22.Sf3 Txe1+ 23.Sxe1 Lxh6 24.Dxh6 Te8 25.Kf1 cxb3 Das Feld
hat sich gelichtet, die Abtauschorgie ist beendet. Schwarz steht klar besser
wegen der weißen Grundreihe=Figurenaktivität. Aber es gibt noch einen
Hoffnungsschimmer: 26.Lxg6 Schwarz schlägt jedoch nicht zurück, denn
Weiß kann keine weiteren Drohungen aufstellen. 26...bxa2 Ein unangenehmer
und letzlich spielentscheidender Bauer. Junior knebelte in seiner ureigenen
Art weiter. Im 38. Zug war die Partie entschieden, das Matt erfolgte im 60.
Zug.
Gegen Shredder 6 gab es erneut mit 2.5-7.5 eine ganz üble Klatsche. In
der 1. Partie konnte Shredder einen Freibauern auf der a-Linie bilden, der irgendwann
im späten Endspiel mit reduziertem Material entscheidend war. Gandalf zeigte
in dieser Partie teilweise planloses Geschiebe. (0-1/99) In der 2. Partie waren
bereits nach dem 21. Zug pro Seite nur noch ein Turm und eine Leichtfigur plus
6 Bauern auf dem Brett. Diesmal hatte Gandalf aber keine Probleme, das Remis
zu erreichen. (0.5/113) Einen harmlosen Angriff bei entgegengesetzten Rochaden
in einer Sizilianischen Partie zeigte Gandalf mit Weiß in der 3. Partie.
Shredders Konter kam schnell und erfolgreich:
1rb2rk1/2q1npp1/p1p1p2p/3pP3/5PPP/1BN2Q2/PPP5/2KR3R b - h3 0 17
17...c5 18.g5?! Darauf ist die schwarze Antwort völlig klar und bremst
die weißen Bauern. 18...h5 Das hätte natürlich verhindert werden
müssen, bevor g4-g5 gezogen werden kann. Es geht bereits rapide abwärts.
19.La4 Db6 20.b3 Lb7 21.a3 c4 22.Th3 cxb3 23.Lxb3 Tfc8 24.Dxh5 d4! Shredder
zeigte bereits völlig berechtigt +3. (0-1/43) Im Caro-Kann bereits ab dem
6. Zug (Theorie aus-)rechnen müssen, das ist schon eine Bürde, die
Gandalf in der 4. Partie auferlegt war. Er fand sogar eine interessante Abwicklung:
r2qk2r/pp1n1p2/1bp1p1p1/3pPb2/NP1P2nP/P4N2/2PBQP2/R3KBR1 b Qkq - 0 15
15...Sdxe5!? 16.Sxe5 Lxd4 17.0-0-0 Lxe5 18.Lh3 Lh2 19.Lxg4 Lxg1 20.Lxf5 gxf5
Hier ließ Gandalf eine möglicherweise bessere Alternative aus mit
20...Df6 Schwarz spielte also mit Turm plus 2 Bauern gegen Springer plus Läufer,
später mit 3 Bauern gegen den Springer. Shredder manövrierte jedoch
mit seinen Schwerfiguren vorzüglich, kassierte nach dem Schwerfigurentausch
die Bauern und gewann mit der Mehrfigur. Gute Technik von Shredder. (1-0/59)
Wie die Lernfunktionen bei Shredder und Gandalf implementiert sind, ist mir
nicht bekannt. Auf jeden Fall wiederholten beide Kontrahenten in der 5. Runde
die Partie der 3. Runde, die Shredder bekanntlich gewann. Doch Shredder wich
diesmal selbst ab. Das machte in diesem Fall allerdings nichts, denn die weiße
Stellung ist an dem Punkt der Abweichung bereits schwierig zu verteidigen. Nett
war folgender Ausheber:
1r1r2k1/5pp1/p3p3/q1p1P1Pp/B2p1P1P/PPnR4/2P5/2KRQ3 b - - 0 26
26...c4! Besonders bitter, weil Weiß just vorher 26.Td3 gezogen hatte...
27.Txd4 Tdc8 28.b4 Sa2+ 29.Kb2 Dxa4 30.Kxa2 Dxc2+. (0-1/40) In der 6. Partie
konnte Gandalf seinen einzigen Sieg landen. Shredder wurde dabei sauber über
die g-Linie ausgespielt, was tatsächlich schon an dieser Stelle eingeleitet
wurde:
2kr3r/1pqbbpp1/p2ppn1p/8/4PPP1/1NN2B2/PPPQ3P/1K1R3R b - - 0 15
15...g5!? 16.fxg5 hxg5 17.Dxg5 Tdg8 18.Df4 e5 19.Dg3 Lxg4 Es dauerte zwar noch
eine Weile, bis sich der schwarze f-Bauer an dem weißen e-Bauern "vorbeimogelte",
aber dieser f-Bauer und die Kontrolle über die g-Linie und die 2. Reihe
lähmten das weiße Spiel und sorgten für den schwarzen Sieg.
(0-1/51) Eine erneute Abweichung von seiner eigenen Gewinnvariante der 1. Partie
brachte Shredder in der 7. Partie nur noch ein Remis ein. Warum beide Programme
die Partie wiederholen und dann ausgerechnet der Gewinner der Partie abweicht,
wird vielleicht einer der Programmierer erklären können, ich jedenfalls
nicht. Auf jeden Fall kam Shredder in Nachteil (-2.5), konnte sich in einer
wilden Partie aber irgendwie retten, trotz Minusfigur, aber mit 2 verbundenen
Freibauern und offener Königsstellung bei Gandalf. (0.5/71) Der Sieg Shredders
in der 8. Partie lag zum einen an einer bequemen Eröffnung und einer etwas
unbedarften Spielweise Gandalfs. Shredders Läufer auf d6 engte Gandalf
ein, im Gegenzug brachte Gandalf den Springer von a6 nicht zurück ins Spiel,
gab die d-Linie aus der Hand, und so reihte sich ein Detail an das nächste.
1nk2r2/pb3p2/1p1Rpqpp/2p1N3/2P3B1/P5Q1/1P3PPP/6K1 w - - 0 24
Hier war Schwarz bereits überspielt, Shredder packte die Keule aus: 24.Sxf7!
Sd7 25.Lxe6 Txf7 26.Lxf7 Dxf7 27.Txg6 Und diesmal gewann Shredder mit den beiden
verbundenen Freibauern am Königsflügel. (1-0/79) Remis endete die
9. Partie, doch langweilig war sie nicht. Shredder stand mit Schwarz eine ganze
Weile zwar sicher, aber passiv und konnte sich zunächst befreien:
1r5k/p5pp/P1b1p1r1/1p1q1p2/1Q1P1P2/R2BP2P/4R1P1/6K1 w - - 0 38
38.e4 Leitet eine interessante Abtauschvariante ein. 38...Dd8 39.exf5 exf5 40.Lxf5
Txg2+! 41.Txg2 Lxg2 42.Te3 Ld5 43.Te7 Df8 44.Dd6 Td8 45.De5 Schwarz hat eine
optisch kritische Stellung, aber die überlastete Figurendeckung muss Tribut
zollen: 45...Lg8 46.Le4 Txd4 Und es ging nicht so recht weiter. (0.5/95) Die
letzte Partie brachte im Dameninder einen erneuten Shredder-Sieg mit Weiß.
Gandalf öffnete etwas blauäugig die Stellung, doch die unglückliche
Figurenstellung wirkte sich eher nachteilig aus:
r2q1rk1/1b2bppp/np2pn2/p1pp4/2PP1B2/PPN2NP1/2Q1PPBP/R2R2K1 b - - 0 13
13...dxc4 14.bxc4 cxd4 15.Txd4 Und die schwarze Dame hatte kein gutes Feld.
15...Dc8 16.Sa4! b5 17.Sb6 Dc5 Vorerst noch mal gut gegangen. 18.Sd7 Sxd7 19.Txd7
Lxf3?! 20.Lxf3 Spätestens jetzt stand Weiß mit dem mächtigen
Läuferpaar klar besser. Dazu kommt die verdächtige Konstellation der
schwarzen Dame mit dem schwarzen Läufer e7. Atemnot! Shredder konnte bald
einen Freibauern auf der b-Linie bilden, der zuammen mit der weiterhin schwierigen
schwarzen Figurenstellung und der scharzen Grundreihenschwäche den weißen
Sieg einläutete. Im 34. Zug hatte Weiß einen Turm mehr, im 48. Zug
endete die Partie.
Mein zusammenfassender Eindruck, der mir so im Gedächtnis hängen geblieben
ist:
- Gandalf kann hervorragendes Angriffsschach spielen. Das ist aber nur dann
erfolgreich, wenn sich der Gegner nicht umsichtig genug verteidigt oder der
Angriff fast blind geführt werden kann.
- Gandalf verlor immer wieder Partien, in denen er zu hastig angegriffen hat,
nicht genug vorbereitet hatte.
- Ebenso verliert Gandalf recht viele Partien im Endspiel.
- Das Mittelspiel ist mir ein Rätsel. Einerseits erspielt sich Gandalf
regelmässig gute Stellungen, andererseits ist er nicht in der Lage, diese
vorteilhaften Stellungen angemessen zu Ende zu führen. Besonders erschreckend
waren die Partien gegen Junior 7: Mit +4 vorne und verloren. Und das nicht nur
für einen Zug, wo evtl. etwas übersehen wurde, sondern gleich für
mehrere Züge in Folge. Kurzpartien bis zu 40 Züge mit netten Angriffssiegen
sah man lediglich von Gandalfs Gegnern.
- Mit diesem Ergebnis ist Gandalf 5 von den Top-Programmen (Chess-/Gambit-)Tiger,
Fritz 7, Junior 7 und Shredder 6 noch ein ganzes Stück entfernt.
- Angesichts der bisherigen Erfolgsmeldungen aus dem Internet über die
Vorgängerversionen 4.32h bzw. 4.32f ist das vorliegende Abschneiden enttäuschend.
Oder die Erfolgsmeldungen müssten noch einmal dezidierter unter die Lupe
genommen werden.
- Die Lernfunktionen scheinen allesamt noch nicht ausgereift zu sein. Zum einen
wiederholen die Programme Verlustvarianten, zum anderen wird auf solche Verlustvarianten
nicht mit den Zügen der Gewinnpartie geantwortet. Beides sollte nicht passieren.
Dass mit einer Abweichung in einer Partie, die vorher gewonnen wurde, nicht
zu rechnen ist, zeigt, dass Partien nicht immer 100% reproduzierbar sind. Ob
dies nur wegen Abweichungen in der Speicherbelegung so ist oder es (noch) andere
Faktoren gibt, können möglicherweise ander Leute beantworten. Auf
jeden Fall ist es nicht richtig, dass, selbst wenn der Lernalgorithmus nicht
funktioniert (oder Positionslernen [noch] nicht implementiert ist), irgendwann
in einer Partie abweichende Züge berechnet resp. gespielt werden. Heute
hüh, morgen hott, so sollte es nicht sein. Aber so ist es nun einmal, und
wir sollten akzeptieren, dass es Partien gibt, die sich nicht reproduzieren
lassen. Aus diesem Grund ist es auch nicht immer angebracht, manche Partien
bzw. Züge als nicht reproduzierbar in Frage zu stellen.
Es bleibt die Hoffnung, dass die fehlerbereinigte Version 5.1 deutlich bessere Resultate erzielt. Mir liegt bisher nur Gandalf 5.1 gegen Shredder 6.32 mit 4.0-6.0 vor, Gandalf 5 verlor bekanntlich 2.5-7.5 gegen Shredder 6. Vor dem Kontext, dass Shredder 6.32 bislang besser punktet als Shredder 6, sieht das schon nach einer Steigerung bei Gandalf 5.1 aus. Doch um Genaueres sagen zu können, müssen weitere Partien her. Evtl. werde ich nach dem Chessmaster 8000-Test für weitere Gandalf 5.1-Partien sorgen, aber das steht noch lange nicht fest.
Harald Faber