| Resultate Shredder 6 (classic): | |||
| Shredder 6 (classic) gegen ChessTiger 14: |
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| Shredder 6 (classic) gegen GambitTiger 2: |
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| Shredder 6 (classic) gegen GambitTiger 2 aggressiv: |
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| Shredder 6 (classic) gegen Hiarcs 7.32: |
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| Shredder 6 (classic) gegen Junior 6a: |
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| Shredder 6 (classic) gegen Junior 7: |
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| Shredder 6 (classic) gegen Fritz 6 (Mai 2001) | 5.5-4.5 |
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| Shredder 6 (classic) gegen Fritz 7a: | |||
| Alle Partien (verfügbar erst nach Abschluss aller Partien) | ohne Fritz 7a-Ergebnis: 35.0-35.0 =50% |
FAZIT:
Um es vorweg zu nehmen:
Shredder 6 (classic) lässt eine leichte Steigerung der Spielstärke
erkennen. Außer gegen Fritz 7a wurden durchweg bessere Resultate erspielt
als in meinen bisherigen Partien mit Shredder 5/5.32. Aus welchem Grund ausgerechnet
Fritz 7a und sonst kein anderes Programm Shredder dermaßen zu schaffen
macht, ist mir nicht klar geworden. Aber ich bin mir sicher, dass Stefan Meyer-Kahlen
inzwischen längst von diesem Problem weiß und an der Beseitigung
arbeitet, zumal ich nicht der einzige bin, der dies beobachtete.
Auch wenn ich mir laut des Autoren von Shredder, Stefan Meyer-Kahlen, als vermeintlich
selbst ernannter "Experte", dessen Spielstärke mit einer DWZ
von knapp 1850 deutlich unter Shredders Spielstärke liegt, aus diesem Grund
nicht anmaßen sollte, über die schachlichen Fähigkeiten der
Top-Programme eine Meinung abzugeben (nachzulesen im Forum der Computer Schach
und Spiele), weiß jeder, der mich kennt, dass ich es dennoch tue. Ich
hege nämlich eine andere Meinung dazu: Ich fühle mich eher als Trainer/fachkundiger
Zuschauer. Und genau so wenig, wie ein Trainer besser sein muss als sein Schützling,
ist es hier auch nicht notwendig, besser zu spielen als die Schachmaschinen.
Es ist völlig aureichend, mit einer guten Analysefähigkeit die Partien
zu untersuchen, um Schwächen auszumachen. Allerdings ist eine gewisse Spielstärke
durchaus notwendig, ansonsten sind die Analysen minderwertig. Es gibt übrigens
auch eine ganze Reihe sehr starker Analystiker, oftmals Fernschachspieler, die
jedoch in Turnierpartien am Brett keinen Blumentopf gewinnen können. Um
also über einen guten Schachverstand zu verfügen und die Schwächen
der Top-Programme zu erkennen, ist es nicht erforderlich, eine ELO von 2500
oder mehr zu haben.
Bei meinen bisherigen Analysen lag ich selten daneben und wurde noch nicht auf
kleine oder grobe Fehler hingewiesen, eher gegenteilig wurden meine Analysen
bisher ausnahmslos bestätigt. Also besitze ich weiterhin die "Frechheit",
als jemand mit ELO unter 2500 Fehlzüge der heutigen Top-Schachprogramme
aufzuzeigen.
Also jetzt zum Shredder 6 Test:
Gegen GambitTiger 2 (GT2) erspielte sich Shredder ein etwas unglückliches
4.5-5.5. Allerdings scheint die Lernfunktion etwas zu haken: In Runde 7 kam
die gleiche Eröffnung aufs Brett wie in Runde 3. Shredder gewann die Partie
in Runde 3, wich in der 7. Runde jedoch freiwillig aus und errechnete einen
anderen Zug am Buchende. Möglicherweise benötigt die Lernfunktion
mehr als eine Partie, um solche Erfahrungswerte zu nutzen. Wenig Glück
hatte Shredder auch mit dem ECO C93 (eine der Spanischen Hauptvarianten) als
Schwarzer, da gab es drei Nullen, zwei gegen GT 2 und eine gegen GT 2 aggressiv.
Das angenommene Damengambit D24 brachte mit Weiß gegen die beiden GambitTiger
ebenfalls einen schlechten Score von 0.5 aus 4 Partien.
Auch wenn die schwarze Stellung schon etwas beengt ist, muss Weiß erst
einmal zeigen, wie die Partie zu gewinnen ist. Shredder jedoch macht es dem
Gegner meiner Meinung nach etwas zu leicht. In dieser Stellung
8/2r1rpk1/6p1/pQ2p3/2BpP1p1/P5P1/5P2/5K2 b - - 0 45
geschah der fragwürdige Zug 45...f7-f6?. Fragwürdig deshalb, weil
die weiße Dame nun über g8 unangenehm die schwarze Königsstellung
infiltrieren kann. Gerechterweise muss natürlich festgestellt werden, dass
Shredder absolut ebenbürtig war. Konnte GT2 den "Königsgriff"
nicht ansetzen und hatte die leicht schlechtere Stellung, wurde GT2 nicht selten
überspielt. Dass auch Shredder seine Gegner taktisch überraschen kann,
sieht man in dieser Stellung:
1k1rr3/pp2pp2/1np3p1/q2nPbBp/3RNP1P/P1P5/1PB2QP1/2K1R3 b - - 0 23
Hier leitete Shredder mit Schwarz ein Opfer ein: 23...Lxe4 24.Texe4 Sxc3! Gespielt
mit +0.40/15. Ich sah die laufende Partie, und ich muss zugeben, mir war nicht
klar, wie der Angriff nach 25.bxc3 Dxa3+ 26.Kd2 weiter gehen sollte. Zumal Shredder
interessanterweise gar nicht mit dem natürlichen und logischen Kd2, sondern
mit Kd1 gerechnet hatte. Schliesslich holte sich Shredder auch noch einen dritten
Bauern für die Figur, bekam zeitweise gar einen vierten, aber letzten Endes,
wie so oft, schlug das Opfer nicht durch. Ein letzter Aussetzer:
1Q6/5qkp/5p2/3pn3/P3b3/4P1P1/5P1P/R5K1 w - - 0 36
36.f4 von Shredder gespielt, +0.46/12 nach über 3min. GT2 antwortete 36...Sf3+
und Shredder ging nun ab nach unten, 37.Kf2 -2.06/12 nach über 9min. Vier
Züge später ist die Partie beendet...Damit hatte GT2 von 2.5-4.5 auf
4.5-4.5 ausgeglichen. Die Macht des Läuferpaars bekam Shredder in der abschliessenden
Partie zu spüren, womittatsächlich noch aus einem 4.5-2.5 ein unglückliches
4.5-5.5 wurde.
Gegen GT2 aggr. lief es zunächst auch gut, in der ersten Partie ein solides
Remis mit zeitweise Gewinnchancen, in der zweiten Partie verzockte sich GT2
aggr. in einem der seltenen Fälle:
4r1k1/1p3np1/p2p1bB1/4R2n/P1q5/1N6/1PPB1Q2/5R1K b - - 0 30
Shredder spielte 30...Txe5 mit +1.91 und stand bereits gut. GT2 aggr. sah sich
vorher mit 30.Txe5 auch nicht sonderlich schlecht, muss aber wohl etwas übersehen
haben. Denn mit 31.Ld3 ging sowohl dessen Bewertung in den Keller als auch Shredders
Antwort 31...Dg4 auf +3.85 hoch. In der dritten Partie ein ausgeglichenes Remis,
aber in der vierten Partie erlag Shredder einem Königsangriff. Dass die
Bewertung von
2r2qk1/p4ppp/1n2rn2/3p1NQ1/PPp4P/2B2PP1/R3P3/3R1K2 b - - 0 26
26...Sbd7 "nur" bei -0.51 lag und nach 27.h5 a6 auf -1.98 abging,
ändert nichts an der schwarzen Verluststellung. Es folgten zwei weitere
farblose Remisen, 3:3 also. Doch dann einmal C93 und D24, 3:5. Dabei verwandelte
Shredder in der D24 einen Mehrbauern in einen und später gar drei Minusbauern.
Es folgte eine Partie mit einem zähen Endspiel Dame plus Bauer gegen Turm,
Läufer und Bauer. Wenn es in ferner Zukunft einmal die 7-Steiner Endspieldatenbank
gibt, wird sie zeigen, ob das Endspiel zu gewinnen war. Mit den vorhandene 5-Steinern
war das für Shredder nicht möglich. In der Schlussrunde musste sich
Shredder hingegen strecken, mit einem Minusbauern bei Turm plus ungleichfarbigen
Läufern das Remis zu retten. 4.0-6.0 der Endstand, etwas glücklich
für GT2 aggr., aber nicht unverdient.
Das Match gegen Junior 6a verlief ausgeglichen. Allerdings wurde Shredder gleich
in der ersten Partie durch ein schönes, positionelles Qualitätsopfer
überspielt:
r1b2rk1/q2nb2p/2p1p1p1/p2pP3/N4B2/3B3R/P1P3PP/3Q1R1K b - - 0 23
23...Txf4! Damit wird der Bauer e5 fallen. 24.Txf4 Sxe5 und die drei Zentrumsbauern
erwiesen sich als Macht, nachdem das weiße Strohfeuer am Königsflügel
verpuffte. Die Rache folgte umgehend, Junior wurde an seiner Achillesferse,
dem Endspiel, erwischt. Es folgte ein unnötiges Remis, Shredder schaffte
es nicht, seinen König in Sicherheit zu bringen und mit Dame plus 2 Bauern
gegen 2 Türme den Sieg einzufahren. Zeitweise sah Shredder +3, aber der
König stand auf h4 etwas unsicher. "Einmal eine Königsindisch-Niederlage,
bitte" lautete wohl Shredders Bestellung in der 4. Partie. Königsindisch
bietet dem Menschen sicher Abwechslung, sollte mit Schwarz für jedes Programm
gestrichen oder nur in einer Spaß-Stufe aktiviert werden. Die nächste
Partie spielte Shredder etwas zu optimistisch und ließ sich das Rochaderecht
nehmen. Als der eingeklemmte Turm endlich frei kam, war die Partie aber schon
entschieden. Eine optisch schöne Stellung erspielte sich Junior in der
Partie darauf:
1qr1r1k1/1b1nbpp1/pp1ppn1p/8/1PP1PP2/PNN1Q1P1/3RBB1P/3R2K1 b - - 0 22
Doch Shredders Gegenschlag im Zentrum hatte es in sich. 22...e5! und der gordische
Knoten ist gelöst, 0-1/75. Ein positionelles Bauernopfer mit anschließender
Knet-Stellung brachte Shredder in der 7. Runde einen weiteren schönen Sieg.
Es folgte eine unerwartete Niederlage in einem Endspiel Dame gegen 2 Türme
mit gleicher Anzahl Bauern. Die geringe Suchtiefe weil Zeitnot nach über
70 Zügen ließen Shredder wohl straucheln:
4R3/4Rq2/5P2/2k3K1/p7/8/8/8 b - - 0 73
73...Db3 (-0.69/9/56s) 74.Te5+ Kd6 (-1.89/11/1min44) 75.Kg6 Dc2+ (-8.24/12/8min32)
76.Tf5 Dc6 77.f7 1-0
Ein durch ein starkes positionelles Bauernopfer eingeleiteter, wie aus einem
Guß erspielter Sieg gelang Shredder im Gegenzug. Junior wurde ohne taktische
Scharmützel einfach an die Wand gespielt, eine sehr schöne Partie!
Etwas mehr Schweiß kostete der abschliessende Sieg Shredders in einem
Endspiel Dame plus 2 Bauern gegen Dame plus Bauer. Damit geht der knappe 5.5-4.5
Sieg aber völlig in Ordnung, Shredder bewies m.E. mehr schachliche Qualitäten
als Junior.
Ein gerechtes 5.0-5.0 gab es gegen Junior 7. In der ersten Partie konnte Shredder
mit Schwarz ein starkes Bauernzentrum trotz gegnerischem Läuferpaar zum
Sieg nützen. Die zweite Partie sah erneut Shredder am Drücker, aber
auch etwas blind:
8/2b2p1k/2p3p1/2P5/P2Pp3/1rB3q1/3Q2Bp/5R1K w - - 0 44
Shredder zog freudestrahlend (+4.72/12/2min50) 44.Txf7+ Kg8 45.Da2 (+4.36/11/0sec)
Dxc3 46.Txc7 (+1.62/10/1min12) Dc1+ und Remis durch Dauerschach auf c1/e3/h6.
Dafür konnte Shredder die nächste Partie aber wieder für sich
entscheiden. Ungewöhnlich, ein Sieg mit Königsindisch ist im Computerschach
eher selten. Junior opferte die Qualität für 2 Bauern und die Partie
hätte sicher remis geendet, wäre Junior nicht plötzlich und völlig
unnötig vom Weg abgedriftet:
8/1p4k1/1r1p1p1p/4rPpP/P1PRP1P1/qP6/3Q4/3B3K w - - 0 59
Junior zog nach vielen gehaltlosen Zügen beiderseits 59.c5?? Ohne diesen
Zug hätte Schwarz keine Chance gehabt, in die weiße Stellung einzudringen.
Doch so änderte sich das Bild schlagartig, und 0-1/90. Auch in der 4. Partie
behielt Shredder die Nase vorn und wehrte erfolgreich und recht zügig die
Junior'schen Königsangriffs-Versuche ab. Das Materialplus konnte Shredder
sauber umsetzen. In Runde 5 kam der zweite Königsinder aufs Brett, und
erneut bekam Junior mit Weiß Probleme. Erstaunlich, dass Shredder das
Endspiel trotz zweier Mehrbauern nicht gewinnen konnte. Doch die unglückliche
Königs- und Läuferstellung veranlassten Shredder zu einem interessanten
Figurenopfer, um dennoch mit Turm plus 4 Bauern gegen Turm plus Springer auf
Gewinn zu spielen. Doch es waren vereinzelte Bauern, so dass ein Sieg kaum möglich
war. Damit stand es zur Halbzeit 4:1 für Shredder...doch Junior schlug
zurück. In der 6. Partie wurde Shredder von einem Einschlag überascht:
4r1k1/R4pp1/2p1r2p/p1p5/PpP1n3/1P1RPPPq/7P/3QN1K1 b - - 0 34
34...Sxg3! 35.hxg3 (+0.69/15) Dxg3+ 36.Sg2 Tg6 37.Df1 (+1.83/15) Dh3 38.Txa5
(+2.76/12) Tg3 39.e4 (+1.13/14/18min46) Te6 40.Td8+ (+0.68/13/8min27) Kh7 41.Taa8
(+0.43/13) Tf6 und jetzt erst ging Shredder ein Licht auf, das drohende Schlagen
auf f3 hat jetzt selbst Shredder gesehen. 42.Td3 (-1.91/12/13min36) Tfg6 43.Td2
(-1.72/14) Dh5 44.Dd3 (-2.21/11) Txf3 und jetzt noch mal ein wunderlicher Bewertungsaufschwung
45.De2 (-0.33/11/11min41!),d er aber unverzüglich wieder korrigiert wurde
45...Tgg3 46.Tf8 (-5.32/10/3min02) Th3 und 0-1/50. Etwas Merkwürdiges passierte
in der 7. Partie, als bis zum 21. weißen Zug die Stellung identisch der
ersten Partie war, die Shredder ja gewann:
3qrbk1/1b1n2p1/3p3p/1ppn1P2/4N3/P4N1P/5PP1/1BBQR1K1 b - - 0 21
Partie 1: ...Da8, Partie 7: ...Da5. Ich möchte beileibe nicht behaupten,
dass dies bereits der Verlustzug ist, aber verwunderlich, warum Shredder einen
anderen Zug wählte als in der Gewinnpartie. Dafür wird Junior in der
8. Partie für unzählige Tempoverluste durch zweifelhafte Damenzüge
bestraft, wenn auch erst im Endspiel. Einen netten Angriff konnte Junior in
der 9. Partie starten:
rn2k2r/1p1bbppp/p2ppn2/q5B1/3NPP2/2N2Q2/PPP3PP/2KR1B1R w kq - 0 10
10.e5! Ist zwar noch bekannt, Junior hat den Zug aber selbst berechnet. 10...dxe5
11.fxe5 Sc6 12.Sf5!? (nach 12.Sxc6 Lxc6 13.Dg3 Sd7 und möglichem 14.Lxe7
Kxe7 ist der weiße Angriff durch den Leichtfigurentausch erst einmal zum
Erliegen gekommen) 12...Dxe5 (12...exf5 13.exf6 hinterlässt eine völlig
ruinierte schwarze Stellung) 13.Sxg7+ und weitere 10 Züge später war
die Stellung bereits aufgabereif. Einen vorzüglich vorgetragenen Angrifssieg
erspielte Junior in der 10. Partie, eingeleitet durch seinen "Bonuszug"
des h-Bauern. Das sorgte für unangenehme Drohungen und zu einem Zug für
die Galerie:
2r4r/p4pk1/8/3p1p1n/B2pnP1q/P4Q1p/1P2R1PP/1RB3K1 b - - 0 32
32...Shg3! Hinein ins Vergnügen...und Matt im 46. Zug.
Ein knappes aber nicht unvedientes 5.5-4.5 fuhr Shredder gegen ChessTiger 14
ein. Tiger ist taktisch eigentlich sehr sicher, aber auch hier gibt es Ausnahmen,
wie Shredder eindrucksvoll zeigte:
br4k1/4q2p/6p1/2Ppp3/1bp3Q1/1P2B3/4BPPP/3R2K1 w - - 0 25
25.Lxc4! dxc4 25.Td7 Df6 26.Dxc4+ Kh8 27.Lh6 und Matt im 46. Zug. Doch die Rache
folgte auf dem Fuße. Tiger knetete, und das kann er ja. Auch in der 3.
Partie wurde Shredder überspielt, litt jedoch unter der Eröffnung,
aus der Shredder bereits mit fast -1 und einem gegnerischen freien a-Bauern
entlassen wurde. Mit -1 kam Shredder auch in der 4. Partie aus dem Buch, doch
die Stellung war wesentlich besser, selbst mit dem freien h-Bauern gegen sich.
Als Tiger das Dauerschach vermeidet, wendet sich so nach und nach das Blatt
und Shredder gleicht zum 2:2 aus. In der 5. Partie wurde Shredder durch eine
"petit combinaison" ins Remis gedrängt:
5rk1/p3p1bp/1p4p1/nQ2P1B1/3Pq3/8/P3N1PP/R5K1 b - - 0 27
27...a6! Damit wird die Dame von e5 abgelenkt 28.Dxa6 Lxe5! 29.dxe5 Dxe5 30.Td1
Dxg5 31.Dxb6 (0.5/79)
In der 6. Partie weicht Shredder wieder von seiner eigenen Gewinnfortsetzung
aus der 4. Partie ab und wird prompt mit einer Niederlage bestraft. Partie 7
brachte Shredder zwar das bessere Spiel mit Weiß in der Vergiftete-Bauer-Variante
des Sizilianers, zum Sieg wollte es dann doch nicht reichen. Der wurde eine
Partie später eingefahren, als Tiger in remsilicher Stellung ein katastrophaler
positioneller Patzer unterlief:
5r1k/6p1/3p3p/1q2p3/p7/2P1PrP1/1PQ1R1KP/R7 w - - 0 40
40.e4? Öffnet die Diagonale a7-g1, was sich Shredder nach 40...Dc5 gleich
zu Nutze macht 41.Dd2 Da7! Eine geschickte Falle 42.Dxd6? In die der Tiger tatsächlich
hinein tappt: 42...Tf2+ 43.Kh1 Df7 44.Txf2 Dxf2 45.Tg1 Tf6 46.Dd8+ Kh7 47.Dd1
Dxb2 48.Da1 Dc2 49.Tg2 Dd3 50.Kg1 0-1 In der vorletzten Partie brachte der Entwicklungsvorsprung
Shredder zunächst einen Bauerngewinn, den er aber kurz darauf zurück
geben musste, um keinen Figurenverlust zu erleiden. Dadurch entstand ein Endspiel,
das folgerichtig remis endete. Die letzte Partie konnte Shredder erneut für
sich entscheiden, als Tiger im Endspiel daneben griff:
5n2/5k2/1BpP1p1p/5P2/p1n5/P6P/1P2N3/6K1 w - - 0 47
Weiß hat die Wahl, mit 47.Ld4 den b-Bauern oder mit 47.Lc7? den d-Bauern
zu halten. Tiger spielte Lc7 und gab den b-Bauern. Der Nachteil: Dadurch bekommt
Schwarz einen Freibauern auf der c-Linie. Als Tiger dann auch noch den a3-Bauern
gegen den Bauern f6 tauschte, war die weiße Niederlage förmlich besiegelt.
Auf einen Fehler in Tigers Lernfunktion wies eine 11., nicht gewertete Partie.
Es wurde eine exakte Kopie der 1. Partie, mit dem einzigen Unterschied, dass
diesmal der Tiger nach 34 Zügen aufgab und nicht bis zum Matt weiter spielte.
Ein erneutes 5.0-5.0 gab es gegen Hiarcs 7.32. Dieser alte Recke schlägt
sich erstaunlicherweise immer noch beachtlich gut, wie er bereits in meinen
vorhergehenden Tests bewiesen hat. In der 1. Partie vergibt Shredder einen stellungsmäßig
sehr starken Vorteil.
r1bqn1k1/2p2n2/1pP1p3/1P1p1ppp/3P4/2QBPPB1/2N3PP/1R4K1 w - h6 0 37
37.Tf1?! Angesagt war wohl eher 37.Ta1 Txa1 38.Dxa1 mit Eindringen der weißen
Dame auf der 8. Reihe, vor allem, weil der Lc8 schon ziemlich eingegraben ist.
Mit dem Textzug verlagerte Shredder das Spiel auf den Königsflügel,
verzettelte sich jedoch und konnte nicht mehr als Remis erreichen. In der 2.
Partie erwies sich Hiarcs' Freibauer als stärker als Shredders:
3b2k1/4npp1/1qP1p2p/p2rP3/Pp1N1P2/4B1P1/2Q4P/2R3K1 w - - 0 34
34.c7! Und auch bei Hiarcs herrscht Pragmatismus, was die Einbindung der Endspieldatenbanken
betrifft:
Q7/2k5/2n5/4P1Kp/8/8/8/8 w - - 0 66
66.Dxc6+ (#/80)
Den zweiten Sieg konnte Hiarcs in der 3. Partie für sich verbuchen. Dabei
zeigte Hiarcs ein überraschendes Stellungsverständnis:
r2q1rk1/p1p2ppp/1p1bp3/3nN3/3P4/6B1/PPP1QPPP/3R1RK1 b - - 0 15
15...b5! Damit wird der Sd5 erst einmal befestigt, während er sonst mit
c2-c4 hätte belästigt werden können. Shredder hatte in der Folge
zwar weiterhin etwas mehr Raum, aber der zaghafte Angriffsversuch mit h2-h4-h5-h6
war für Schwarz günstig, denn nach dem Fall des weißen h-Bauern
rollte die schwarze Bauernlawine am Königsflügel. Shredder ist allerdings,
wie z.B. Fritz auch, ein relativer Spätzünder und bemerkt eigene Probleme
teilweise recht spät:
6k1/2pq3p/4p2r/1p1nBrp1/p2P1pQ1/P1P5/1PR2PP1/4R1K1 w - - 0 42
42.Df3 (+0.04/13) Df7 43.Tcc1 (-0.60/12) Dg6 44.g4 (-1.48/11) fxg3 45.Dxg3 (-1.50/11)
Dh5 46.Kg2 (-2.07/12) (0-1/56)
Recht einfach liess sich Hiarcs in der 4. Partie überspielen und zeigte
nicht viel Gegenwehr. Shredder konnte förmlich nach belieben schalten und
walten. Die 5. Partie brachte den Gleichstand, als Hiarcs "vergaß",
dass der Gegner auch vorbei ziehen kann, wenn man einen Bauern zum Tausch anbietet.
4rnk1/4bppp/r1p2n2/qp1p2B1/p2P2P1/3BP2P/PPQ1NP2/1K1R3R b - - 0 18
18...a3?! 19.b3 Und der schwarze "Angriff" am Damenflügel kommt
zum Erliegen. Shredder macht das richtige und geht zum Angriff auf dem Königsflügel
über, der bald seine Früchte trägt.
7k/2r4p/2p1n1pP/1p2Nq2/rP1P4/pQ2RP2/P7/K5R1 w - - 0 53
53.Sxg6+ (1-0/68)
Ein bei Hiarcs alt bekanntes Problem mit dem eigenen König sorgte für
Shredders dritten Sieg in Folge. Dieser Sieg kam zwar durch kräftige Mithile
des Gegners zustande (Hiarcs hatte zwei gesunde Merhbauern!), soll aber Shredders
Leistung nicht schmälern.
1rr4k/p4qpp/4b3/3Np1Q1/4P2P/bP3P2/P3BP2/1K1R3R b - - 0 25
25...a5! Attacke. Der Läufer steht schon ein paar Züge recht unangenehm
auf a3 und blockiert damit den weiße a-Bauern. Daher ist a7-a5-a4 ein
thematischer Angriffsplan für Schwarz, vor allem, wenn die Türme auf
b8 und c8 auch schon bereit stehen. (0-1/34)
Ein wenig erwähnenswertes Remis wurde in der 7. Runde erspielt, in der
8. Partie schaufelte sich Shredder sein eigenes Grab:
6k1/p1r1nppp/1qp1p3/3rN2b/1PQ2PP1/2R2N1P/2P2P2/4R1K1 b - - 0 28
28...f6? Das schwächt den schwarzen König auf der Diagonalen a2-g8,
was sich später spielentscheidend auswirkte. (1-0/40)
Die 9. Partie spielte Shredder originell, aber nicht stellungsgerecht:
r2qkb1r/1pp1pppp/p1n5/3nP3/P1pP4/2N2P2/1P3P1P/R1BQKB1R w KQkq - 0 9
9.e6?! Darf generell durchaus als interessant angesehn werden. Das gilt meistens
nur dann, wenn Weiß Nutzen aus den entstehenden Schwächungen des
Felderkomplexes e6/f7/g6 ziehen kann. In der vorliegenden Stellung stehen die
weißen Figuren jedoch denkbar ungünstig für diese Zwecke. Shredder
schafft es nicht mehr, mit dem Läuferpaar die Schwächung der Bauernstellung
zu kompensieren und geht unter bei der Abehr der gegnerischen Drohungen gegen
den eigenen König. (0-1/33)
In der letzten Partie musste Hiarcs für einen Bauernrückgewinn positionelle
Eingeständnisse in Form der Preisgabe der c-Linie machen:
3q2k1/pr1n1pp1/1p2p2p/8/1P1pP3/3B4/P4PPP/3Q1RK1 w - - 0 21
21.La6 Tc7 Da gehört der Turm sowieso hin. 22.Dxd4 Df6 23.Dd6 De5 Und nun
beging Hiarcs eine spielentscheidende Ungenauigkeit: 24.Td1? Das schwächt
die weiße Grundreihe 24...Dxd6 25.Txd6 Tc1+ 26.Lf1 Und der weiße
Läufer spielt erst einmal nicht mit. Shredder gewinnt dadurch einen Bauern
und setzt den materiellen Vorteil gut um. (0-1/86)
Gegen Fritz 6 konnte Shredder mit 5.5-4.5 knapp die Oberhand behalten. In der
1. Partie zeigte Shredder, dass nicht nur Schwarz im Sizilianer höllisch
aufpassen muss und es mitunter auf jedes Tempo ankommt. Auch Weiß=Fritz
kann schnell überspielt werden, wie Shredder demonstrierte. Mit einer etwas
passiven, gedrückten Stellung wurde Shredder in der 2. Runde aus dem Buch
entlassen. Als die Stellung endlich geöffnet wurde, war es für Shredder
jedoch bereits zu spät und Fritz hatte keine Mühe, den vollen Punkt
einzufahren. Die 3. Partie, das erste von 5 Remis in Folge, hätte ein Mensch
mit Weiß vermutlich gewonnen. Denn auf der a-Linie, die Weiß bereits
kontrollierte, hätte das Spiel gemacht werden müssen, Stattdessen
öffnete Fritz die Stellung am Königsflügel, ohne dort jedoch
mit Figuren Druck machen zu können. Dadurch geriet der weiße König
immer wieder unter Beschuss. Später opferte Shredder gar seinen Turm für
4 Bauern, doch es reichte erneut "nur" zum Remis, was aus dieser Stellung
heraus durchaus als wohl verdienter Erfolg gefeiert werden darf. In der 4. Partie
erkämpfte sich Fritz ein Remis, wobei folgende Endspielstellung interessant
war:
8/8/1PK5/5p1k/p1nBr3/4P3/R7/8 w - - 0 70
Shredder spielte 70.Tc2, und nach 70...Sxb6 waren der schwarzen Bauern noch
2 übrig. Übrigens hätte 70.Txa4 Sxb6! 71.Kxb6 f4! ebenfalls Remis
ergeben.
Die optisch schönere Stellung erspielte sich Fritz in der 5. Partie, ohne
jedoch entscheidenden Vorteil erlangen zu können. Shredder verteidigte
sich sehr umsichtig, und da kein Königsangriff gestartet wurde, endete
die Partie folgerichtig remis. Das gleiche Bild mit vertauschten Farben lieferte
die nächste Partie zunächst. Doch Shredder mit Weiß ergriff
den richtigen Plan und erspielte sich einen Mehrbauern. Bei gut reduziertem
Material war das Springerendspiel wohl nicht zu gewinnen, auch wenn Shredder
an dieser Stelle +3.95 anzeigte:
8/3n4/4k2P/3p1N2/5K2/8/6P1/8 w - - 0 54
54.h7 Sf8 55.h8-S (0.5/126)
Das letzte Remis in der "Staffel" brachte einen Abtausch nach dem
anderen bei ziemlich symmetrischer Stellung. Ein berühmter Schachspieler
(Fischer?) soll einmal gesagt haben: "Man gebe mir einen Springer auf der
6. Reihe, und ich gewinne jede Partie!" Fritzchens Springer indes vermochte
diesen Leitspruch nicht umzusetzen, war vermutlich auch nicht möglich.
Ein Computersieg mit Schwarz in der französischen Verteidigung ist sehr
selten, wurde allerdings begünstigt durch Shredders etwas überzogenem
Gewinnversuch, als er die dreimalige Stellungswiederholung ablehnte. Die Mehrqualität,
die Fritz einige Züge vorher clever geopfert hatte, sorgte vermutlich für
die entsprechende Plus-Bewertung, die Shredder ein Remis ablehnen ließ.
In der Folge wurde Shredder nach dem Bauernverlust, der mit der Ablehnung des
Remisangebots verbunden war, an die Wand gedrückt. Diesmal vermochte Fritz,
einen Springer auf der 6.(3.) Reihe gewinnbringend einzusetzen. Die Retourkutsche
folgte jedoch umgehend, als sich Shredder in der 9. Partie das weiße Bauernzentrum
c4/d4, vorknöpfte. Einen sauber herausgespielten Sieg ohne großartig
Gegenspiel hinnehmen zu müssen erlangte Shredder in der 10. Partie. Ein
relativ einfacher Sieg.
Gegen Fritz 7a wurde Shredder regelrecht vorgeführt, 1.5-8.5 war das niederschmetternde
Ergebnis, das wohl niemand ernsthaft erwartet hatte. 7 Siege zu Beginn lassen
auch einen hartgesottenen Statistiker die Stirn runzeln. In der 1. Partie spielte
Shredder 3 positionell fragwürdige Züge, von denen einer wieder einmal
die eigene Königsstellung völlig unnötig schwächte, was
Fritz meisterhaft ausnutzen konnte:
1r2nrk1/1q1bbppp/p1n1p3/3pP3/5B2/1B3N1Q/PP2NPPP/3R1RK1 b - - 0 20
20...h6? Warum?? 21.Sed4 Sxd4 22.Sxd4 Lc5 23.Td2? Es ging sofort Lxh6 23...Tc8
24.Lxh6! (Matt im 80. Zug)
Einen Sargnagel in Form eines Bauern auf f6 hat sich Shredder in der 2. Partie
"andrehen" lassen, der sich vermutlich dank eines Horizonteffektes
seitens Shredders in der folgenden Stellung unangenehm ausgewirkt hat:
3r1qk1/5p1p/R3pPp1/4P3/3P1Q2/p1r4P/3R2PK/8 b - - 0 39
39...Ta8? Verliert offenbar sofort, Shredder sagt aber +0.26/13/3min52. 40.Txa8
Dxa8 Jetzt aber -1.45/16 41.d5! exd5 42.e6 Und (1-0/49)
In der 3. Partie konnte Shredder den starken Randbauern nicht ohne materielle
Verluste aufhalten und verlor auch diese Partie, ebenso wie die 4. Partie, in
der Shredder eine unglückliche Eröffnung wählte und die Figuren
nicht gut platzieren konnte. Die Eröffnung der 5. Partie scheint, zumindest
in Computerpartien, günstig für Schwarz (in diesem Fall Fritz) zu
sein. Die 3 Bauern, die Schwarz für die Figur bekommt, sind ziemlich mächtig,
und ich habe schon einige Partien mit dieser Eröffnung gesehen, in denen
Schwarz gewann. In Partie 6 spielte Shredder erneut positionell fragwürdig
und provoziert einen gegnerischen Freibauern auf der a-Linie mit einer eigenen
Schwäche auf b3, was sich als spielentscheidend herausstellte. In nur 36
Zügen war die Partie zugunsten von Fritz beendet. Gerade mal zwei Züge
länger dauerte die 7. Partie. Allerdings war die Eröffnung für
Schwarz (=Shredder) schon pleite:
rn3r1k/pp2p1bp/3p2p1/1qp3N1/3P1P2/2P4Q/PP4PP/R1B1K2R b KQ - 0 14
14...h5 Mit -1.87/13/5min51 und kaputter Stellung, es droht jederzeit g2-g4.
15.d5 Ich sehe im Moment nicht, ob Shredder nun zu 15...Sd7 gezwungen war. Der
Zug kostet auf jeden Fall den Springer, nach 16.a4 war er weg. Shredders bereits
nicht so tolle Bewertung ging auch von -1.22 für Sd7 herunter auf -2.60
für 16...Dc4. Aus. (1-0/38) Damit stand es 7:0 für Fritz! Doch in
der 8.Partie konnte Shredder in der Botwinnik-Variante des Damengambits die
weißen Figuren zum Sieg führen. Mit einem Mehrbauern und Angriffsstellung
hatte Shredder diesmal keine Probleme, den Bauern durchzubringen. Die dritte
Niederlage mit B87/Schwarz kassierte Shredder in der 9. Partie. Dieses Abspiel
sollte man vermutlich für Shredder deaktivieren, auch wenn Fritz sehr erfindungsreich
gespielt hat:
qnrb1rk1/5ppp/1R1pb3/4p3/p3P1n1/P2BB1Q1/2P1NPPP/1R3NK1 w - - 0 27
27.Txd6!? Sehr interessant, denn Fritz muss mit diesem Zug bereits das kommende
Qualitätsopfer eingeplant haben, nach 27...Sxe3 28.Sxe3 Lc7 war die Qualität
futsch. Fritz erhielt starken Angriff: 29.Txe6 fxe6 30.Lc4 Sehenswert, diese
Partie empfiehlt sich auf jeden Fall zum Nachspielen. (1-0/60) In der letzten
Partie erspielte sich Shredder aus einer vorteilhaften Stellung heraus zwei
verbundene Freibauern, konnte diese jedoch in einem schwierigen Doppelturm-Endspiel
nicht verwerten.
Was lässt sich noch feststellen?
- Shredder leidet hin und wieder an einer schlechten Eröffnungsvariante.
- In Kombination mit der offenbar noch nicht ganz ausgereiften Lernfunktion wirkte sich das in manchen Matches trotz der kurzen Matchdistanz etwas ungünstig aus.
- Der Spielstil hat sich nicht sonderlich verändert, Shredder spielt weiterhin eher etwas verhalten-solide.
- Shredders Figurenopfer (wenn sie mal vorkommen, was eher selten ist) sind wie bei den Vorgängerversionen durch die Bank immer wieder faszinierend. Einziges Manko: Ich habe Shredder noch nie damit gewinnen sehen. Die Figurenopfer taugen nur für ein Remis, es ist wie verteufelt.
- Die angeblich verbesserte Königssicherheit blieb mir bislang verborgen. Shredder 6 (classic) weist immer noch erhebliche Probleme mit der eigenen Königssicherheit auf. Immer wieder schwächende Bauernzüge am eigenen König, ohne dass überhaupt die Notwendigkeit dazu besteht. Dadurch bieten sich Angriffsziele für die gegnerischen Programme, die nicht selten genutzt werden.
- Shredder 6 (classic) verteidigt sich auch in schwierigen Stellungen stets äusserst erfindungsreich und muss, wie man so schön sagt, drei Mal tot geschlagen werden, um den Punkt einzufahren: In der Eröffnung, im Mittelspiel und im Endspiel. Shredder spürt dabei immer wieder überraschende Ressourcen auf und leistet maximalen Widerstand.
- Das Mittelspiel ist bis auf die o.a. Schwäche der eigenen Königssicherheit ziemlich solide und taktisch kaum zu knacken.
- Die fast schon legendäre Endspielstärke ist zwar etwas übertrieben, denn m.E. sind Chess/Gambit Tiger und Fritz 7a in diesem Bereich stärker, unterschätzen darf man Shredder jedoch nicht.
Zusammenfassend ist Shredder 6 (classic) einen kleinen Tacken stärker als Shredder 5/5.32, ein Quantensprung ist indes nicht erkennbar. Shredder 6 (classic) eignet sich zu einer gesunden positionellen Analyse und kann jederzeit zu Rate gezogen werden. Obacht ist erst dann geboten, wenn Shredder z.B. mit Schwarz und kurzer Rochade h7-h6, g7-g6 usw. vorschlägt.
Nebenbei:
Für eine positionelle Analyse eignen sich Shredder 6 (classic), Rebel Century 4 und
ChessTiger, um Angriffsressourcen aufzuspüren, sollten eher GambitTiger
und Junior 7 "befragt" werden. Fritz 7a kommt für beide Kategorien
in Frage. Selbstverständlich sind deren Zugvorschläge nicht blind
zu übernehmen, sie sollten schon noch etwas überprüft werden.