| Resultate des Shredder 5.32: | |||
| Shredder 5.32 gegen ChessTiger 14: |
|
||
| Shredder 5.32 gegen GambitTiger 2: | 3.0-7.0 |
|
|
| Shredder 5.32 gegen GambitTiger 2 aggressiv: | 4.0-6.0 |
|
|
| Shredder 5.32 gegen Hiarcs 7.32: | 4.5-5.5 |
|
|
| Shredder 5.32 gegen Junior 6a: | 4.0-6.0 |
|
|
| Shredder 5.32 gegen Junior 7: | 4.5-5.5 |
|
|
| Shredder 5.32 gegen Fritz 6 (Mai 2001): | 5.5-4.5 |
|
|
| Shredder 5.32 gegen Fritz 7: | 2.5-7.5 |
|
|
| Alle Partien zum Download |
FAZIT:
Nachdem nun der Shredder-5.32-"Nachtest" beendet ist, was kann man über den
Spielstil und die Spielstärke von Shredder 5.32 sagen?
1. Das Eröffnungsbuch entspricht nicht unbedingt dem neuesten Stand. Es ist
ein zusammen gewürfeltes Partiesammelsurium zwischen Spielern mit ELO > 2400
oder ähnlich. Es ist absolut nicht auf Shredder abgestimmt, das gleiche Buch
findet z.B. auch Verwendung beim ChessBase-Tiger.
An dieser Stelle noch mal eine kurze Beschreibung zum Thema Eröffnungsbücher:
Der Softwarehersteller steht immer vor dem Problem, einerseits das Programm
mit einem guten, aber breit gefächerten Eröffnungsbuch auszustatten, damit der
Anwender=Käufer genügend Abwechslung geboten bekommt, andererseits ist das Testen
des Programmes gegen andere Schachprogramme inzwischen sehr weit verbreitet
und sehr beliebt. Daher ist es durchaus von Interesse, dass das Programm so
gut wie möglich bei diesen Tests abschneidet. Dafür wird jedoch ein auf das
Programm abgestimmtes Eröffnungsbuch benötigt. Daraus ergeben sich für den Hersteller
folgende Möglichkeiten, wenn der Programmautor nicht schon selbst ein Eröffnungsbuch
zur Verfügung stellt:
I. Das Programm erhält nur das ELO-2400-Buch. Das ist schnell erstellt und kostet
wenig, hat aber den Nachteil, dass in Computerpartien das Programm nicht optimal
spielt. Hier kann der Hersteller weiterhin hoffen, dass das Programm so stark
ist, dass es gewisse Unzulänglichkeiten des Buches kompensieen vermag.
II. Das Programm erhält nur das abgestimmte Buch. Das kostet ein paar Mark (der
Buchautor muss gefunden und bezahlt werden) und der Anwender könnte u.U. unzufrieden
sein, weil sich nur begrenzte Abwechslung einstellt aufgrund eines recht schmalen
Eröffnungsbuches.
III. Das Programm erhält BEIDE Bücher mit der entsprechenden Kennzeichnung,
welches Buch zu welcher Gelegenheit zu benutzen ist. Vorteil: Alle Bedürfnisse
werden berücksichtigt. Nachteil: Kosten wie unter Punkt 2; Das Risiko, dass
der Anwender das falsche Buch wählt, die Buchoptionen nicht anpasst usw.; Das
Risiko, dass das Programm auch mit dem angepassten Buch bei Computerwettkämpfen
nicht so gut wie erwartet abschneidet.
2. Shredders Spielstil hat sich kaum geändert im Vergleich zu den Vorgängerversionen.
Positionelles Geschiebe ist an der Tagesordnung, Königsangriffe sieht man selten.
Shredder schiebt die Figuren im Mittelspiel hin und her mit dem Ziel, nach dem
Übergang ins Endspiel dieses zu gewinnen.
3. Der Drang, eine Figur für zwei bis drei Bauern zu geben, ist schon auffällig.
Oftmals fällt Shredder damit jedoch auf die Nase.
4. Die Bewertungen sind recht hoch, auch in materiell ausgeglichenen Positionen
ohne unmittelbare Drohungen. Shredder bewertet offenbar positionelle Faktoren
ziemlich stark.
5. Shredder zeigt immer wieder positionell fragwürdige Züge. Diese
Aussetzer kamen öfter vor als eine desolate Eröffnung, so dass m.E.
das Eröffnungsbuch kaum Einfluss auf das Gesamtergebnis hat.
6. In Bezug auf die eigene Königssicherheit ist Shredder etwas blind, mit
anderen Worten: Die Bewertung der eigenen Stellung ist immer noch positiv, obwohl
die Stellung schon längst hinüber ist (siehe z.B Match gegen GambitTiger
2 aggressiv): Daher kommen auch die Bewertungssprünge von z.B. -0.50 auf
-2.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Shredder mit diesem Abschneiden
etwas enttäuscht hat. Noch nicht einmal 40% und nur einen Matchsieg kann
der Weltmeister vorweisen. Das ist eindeutig zu wenig, auch wenn Shredder in
einigen Matches mithalten konnte und nur knapp verlor. Doch die Tiger (gegen
die holte Shredder nur 10 Punkte aus 30 Partien!) und Fritz 7 sind einfach einen
Tacken besser. Mit den anderen, Hiarcs, Junior 7und Fritz 6 kam Shredder schon
besser zurecht, da kann man durchaus von Turnierpech sprechen.
Stand: 08.11.2001 22:00